Schabbat Schalom! Welche Reaktion ist die richtigste?

Wir fangen sofort mit der Schrift an, 2. Buch Mose, Kapitel 25. Der Pharao hat das jüdische Volk bereits schon gehen lassen, das Volk ist schon ausgezogen, doch Gott sagtswäb gmünd 2016 205 zu Moses, dass er das Herz des Pharaos umgestimmt hat, und dass der Pharao das jüdische Volk verfolgen wird.

Wir lesen ab dem 10. Vers: „Und als der Pharao nahe herankam, hoben die Israeliten ihre Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her. Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste sterben? Warum hast du uns das angetan, dass du uns aus Ägypten geführt hast?“ (2. Mose 14:10-11).

Ich möchte, dass wir uns dieses Bild vorstellen: Ihr seid in der Nacht, mit Wundern, Zeichen, mit einem Lamm, mit allem, was mit euch passiert ist, mit einem riesigem Reichtum, mit allem was ihr habt, also eine Fußgängereinwanderung. Ihr geht nur dort hin wohin euch Moses führt. Nicht wissend, was euch erwartet, was vor euch liegt, nicht wissend, was in 10 oder 15 Minuten mit euch passieren wird, das einzige was ihr mit Sicherheit wisset, ist dass ihr in Ägypten nichts mehr zu suchen habt und ihr nicht mehr zurück kehren werdet und eure ganze Hoffnung liegt auf Gott. Ihr kommt zum Strand und hört plötzlich ein Geräusch von hinten, ihr dreht euch um, und dort stehen die Krieger des Pharaos.

Wie hättet ihr Reagiert? Lasst uns diese Situation wirklich und angemessen vorstellen. Erstens würden wir Angst haben. Zweitens würden wir uns an Gott wenden.

Ja, so haben wir es gelesen und beachtet diesen interessanten Abschnitt: „Und sie fürchteten sich sehr und schrien zu dem HERRN und sprachen zu Mose“. Wir sehen also, dass das Volk sich in einige Gruppen aufgeteilt hat. Interessant ist auch, dass wir im Talmud eine klare Aufteilung haben. Die einen sagen, dass sie sich ins Meer werfen, aber nach Ägypten kehren sie nicht mehr zurück. Die anderen sind der Meinung, dass sie es mit den Ägyptern aufnehmen sollten, und falls sie sterben sollten, dann war es für eine gute Tat. Die dritten aber wollten, nach Ägypten zurück, die andern wollten aber beten. Und wer von ihnen ist jetzt besser und wer schlechter?

Interessant ist, dass das was ich euch vorgelesen habe, unsere Reaktion auf diese Situation, von der Angst hervorgerufen. Wenn wir Angst verspüren, dann kommt auch eine solche Reaktion hervor. Und die gleichen Leute reagieren unter verschiedenen Umständen unterschiedlich.

Aber dennoch bleibt die Frage offen, wer von denen ist jetzt besser? Der erste Gedanke ist, diejenigen, welche angefangen haben zu beten. Auch Moses hat gebetet. Das lesen wir in den Versen 15 und 16: „Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Israeliten, dass sie weiterziehen. Du aber hebe deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und teile es mitten durch, dass die Israeliten hineingehen, mitten durch das Meer auf dem Trockenen.“

Dort gibt es niemanden, wer schlechter oder besser ist. Gott liebt alle gleich. Wir reagieren immer anders, doch das heißt nicht, dass wir besser oder schlechter sind. Gott liebt jeden, unabhängig davon wie man reagiert, Er wird dir immer helfen.

Ich habe hier auch noch eine Kleinigkeit entdeckt: Habt ihr darauf geachtet, wessen Stimme am hörbarsten war? Wisst ihr, die Betenden hört und sieht man fast nie, denn sie immer im Schatten. Die, welche in den Kampf ziehen oder sich weg drehen, also diejenigen, welche schon was entschieden haben oder was zu tun haben, sieht man auch nicht. Aber murmeln und jammern ist immer am hörbarsten! Und die Antwort darauf ist immer ausnahmslos negativ.

Ich denke, dass die richtigste Reaktion nicht gleichgültig, antworten ist. Es ist besser falsch zu antworten, als Garnichts zu machen.

Ich möchte uns wünschen, dass wir immer irgendwas machen, weil selbst wenn wir was falsch machen, können wir immer noch auf den richtigen Weg wiederkommen. Aber wenn wir nichts machen, dann können wir auch nirgendswohin zurückkehren.

Schabbat Schalom

Dmitriy Siroy